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20 Argumente für den Zölibat

In Anbetracht der aktuellen Diskussionen innerhalb und ausserhalb der Kirche, hier meine Überlegungen zum Zölibat. Ich habe sie in 20 Punkten zusammengefasst:
  • Ganzhingabe an Gott. Ein geweihter Priester hat sein Leben vollkommen Gott gewidmet. Das macht ihn frei, da zu sein für die Menschen und zum Heil ihrer Seelen.
  • Im Zölibat lebt der Priester ehelos und keusch. Keusch zu leben heisst auf Liebesbeziehungen und sexuelle Handlungen zu verzichten. Er sollte rein, also enthaltsam leben, damit er würdig ist, den Dienst am Altar zu verrichten.
  • Ein Priester muss Beichten hören und die hl. Messe leiten, dabei handelt er stellvertretend für Jesus Christus. Dazu muss er ein heiligmässiges oder zumindest ein reines Leben führen. Was nicht unmöglich ist, wenn er auf dem Weg mit Gott bleibt, betet und selber beichtet.
  • Der Priester arbeitet sonntags – für einen Familienvater, wäre das sehr unpraktisch, da der Sonntag der Tag ist, an dem seine Kinder frei hätten und man endlich als Familie beieinander sein könnte.
  • Ein Priester, der oft Beichten hört, darf kein Wort über das, was andere konkret gebeichtet haben, aussprechen. Das kann er aber vor allem deswegen, weil er sich ganz Gott widmet. Hätte er eine Ehefrau, müsste er ständig "Geheimnisse" vor ihr hüten.
  • Menschen, die zur Beichte gehen, vertrauen dem Priester, denn sie wissen, dass er an das Beichtgeheimnis gebunden ist und alles einzig vor Gott trägt, da er ihm ja vollkommen ergeben ist.
  • Ein verheirateter Mann muss sich in erster Linie darum kümmern, dass seine Familie ernährt wird. Bei einem verheirateten Priester würde aber das Priesteramt zum Beruf werden, bei dem das Geld in den Vordergrund steht. Das muss sich ein zölibatär lebender Priester nicht leisten und dürfte auch nicht – denn immer müsste das Seelenheil der Menschen an erster Stelle stehen.
  • Jesus hat gesagt, wer mir nachfolgt, soll alles verlassen. Ein verheirateter Mann ist an seine Frau gebunden und muss sich um sie und um seine Kinder kümmern. Erziehung ist bekanntlich keine leichte Aufgabe, schon gar nicht eine katholische Erziehung in der heutigen Welt. Demnach wäre es für den Priester eine ungemeine Belastung sowohl einer Familie als auch einer Pfarrei zu schauen.
  • Wenn die Kinder vom Weg abkommen oder die Frau sich von ihrem Mann trennen resp. scheiden würde, wäre das kein gutes Beispiel für die Pfarrgemeinde und der Priester wäre mit persönlichen Sorgen, die die eigene Familie betreffen, zusätzlich belastet.
  • Die Welt braucht Gegenbeispiele zum Gewöhnlichen. Vor allem in der heutigen, westlichen Gesellschaft. Die Menschen müssen den Kontrast zur Welt sehen, um zu erkennen, dass es etwas anderes gibt, für das es sich sogar lohnt, auf Ehe und Kinder zu verzichten. Und die Welt braucht wieder Menschen, die sich voll und ganz für etwas entscheiden, wie das beim Zölibat oder bei der Ehe der Fall ist.
  • Der Zölibat ist eine heilige Weihe – die Ehe ein heiliger Bund. (Nicht nur diejenigen, die zölibatär leben verzichten – auch Eheleute üben den Verzicht, nämlich auf jedes Fremdgehen.)
  • Es gibt sehr viele Ordensleute und Priester (auch Bischöfe und Päpste sind Priester) die zölibatär gelebt haben und von der Kirche selig- bzw. heilig gesprochen wurden (Schwester Faustina, Therese von Lisieux, Mutter Teresa, Pfarrer von Ars, Adolph Kolping, Johannes Paul II., Johannes von Nepomuk, um nur einige Beispiele zu nennen). Die Seligen und Heiligen sind leuchtende Beispiele, die uns im Glauben ermutigen und uns zur Seite stehen.
  • Der Zölibat gibt es nicht erst seit ein gewisser Papst es zur Bedingung für die Priesterweihe gemacht hat. Menschen, die zölibatär leben, gab es schon immer. Zu biblischen Zeiten waren es z.B. Johannes der Täufer, Paulus oder die Essener.
  • Jesus Christus selbst lebte zölibatär – er hat weder geheiratet noch hatte er Kinder. Der Priester soll Jesus durch seine Berufung nachahmen.
  • Auch alle bekannten Ordensgründer lebten zölibatär (hl. Benedikt, hl. Franziskus, hl. Dominikus etc.). Die Orden haben bis heute einen enormen Einfluss auf unsere Gesellschaft: Hilfe an die Armen, Bildung, Schulwesen, Spitäler – dies alles kommt ursprünglich von den Klöstern.
  • Der Priesteramstkandidat legt sich bei der Weihe flach auf den Boden, als Zeichen seiner Hingabe an Gott. Würde der Priester heiraten dürfen, wäre diese Hingabe nicht vollkommen. Es könnte auch nicht zwei Arten von Priesterweihe geben, denn sonst wäre die Sukzession nicht eindeutig.
  • Männer, die Priester werden wollen, müssen eine gesunde Einstellung zum Leben haben sowie eine gesunde Veranlagung besitzen. Sie sollen Männer sein, die theoretisch auch gute Väter sein könnten, die aber auf Ehe und Familie verzichten. Dafür erhalten sie hunderte Pfarrkinder, für die sie ein guter Hirte sein sollen. Ohne Zölibat gäbe es nicht mehr Zulauf in der Kirche – eher umgekehrt – das sieht man bei den protestantischen Kirchen.
  • Jesus Christus hat sein Leben am Kreuz geopfert. In seine Nachfolge zu treten bedeutet, sein Kreuz auf sich zu nehmen – immer mit der Aussicht auf das ewige Leben. Der Verzicht auf das eigene Leben um des Himmelsreichswillen ist das Martyrium – der Verzicht auf Ehe und Familie um des Himmelsreichswillen ist der Zölibat.
  • Der Zölibat eröffnet dem Priester eine Möglichkeit Heiligkeit zu erlangen.
  • Dank den Priestern lebt die Kirche. Der Priester verwandelt das Brot in den Leib Christi, teilt den Gläubigen die Eucharistie aus, segnet Eheschliessungen, tauft Kinder und Erwachsene, spendet Sterbenden das letzte Sakrament, leitet Beerdigungen, befreit Menschen von ihren Sünden mit der Absolution in der Beichte, tröstet Leidende indem er die frohe Botschaft Gottes weitergibt, macht die Welt auf Fehler aufmerksam – in seinen Predigten. Der Priester ist von Gott berufen, Licht in diese Welt zu bringen.

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