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Warum Religion die wichtigste Bildung ist

Heute ist es, zumindest in Europa, ein Tabu über Gott zu reden. Das war aber nicht immer so. Vor zweihundert Jahren waren sich die Menschen mehr darüber bewusst, wem sie alles Leben zu verdanken haben. Sie gingen regelmässig zur Kirche; Gott war in ihren Alltag eingebunden. 

Irgendwann habe ich mal in einem alten Katechismus gelesen, dass der wichtigste Unterricht die Religion sei. C.S. Lewis, einer der berühmtesten Autoren unserer Zeit, erwähnte in seinem Buch Pardon, ich bin Christ (ursprünglicher Titel auf Englisch: Mere Christianity), dass der Glaube die wichtigste Bildung sei.

Es gibt Gläubige, die das Wort "Religion" meiden. Sie wollen nur dem Glauben, aber nicht der Religion angehören, als hätte das eine mit dem anderen nichts zu tun. Als würden sie mit Religion nur Schlechtes assoziieren und sich der Welt anpassen: Nur ja nichts mit Religion zu tun haben!

Dabei ist die christliche Religion nichts anderes als die Gebundenheit an Gott und seine Gesetze (die durchaus Sinn machen), die in den Regeln und Traditionen der Kirche zum Ausdruck kommen. Darum verwende ich trotzdem das Wort Religion. Gleichzeitig ist mir klar, dass die Religion in der Vergangenheit (und in der Gegenwart) für viel Übles missbraucht wurde.

Aber waren es die wirklich Frommen, welche Menschen am Scheiterhaufen verbrannt haben? Wurden die Eingeborenen Amerikas von wirklich frommen zwangsmissioniert und haben andere Menschen als minderwertig behandelt? Nein! Das ist vor allem den Politikern, den Abergläubischen, den Ungerechten und Verlogenen, die unter dem Deckmantel der Religion Unheil verursacht haben, zu verdanken.

Der fromme, gläubige Christ weiss, dass ein Mensch nicht mit Zwang, sondern nur mit Liebe und durch gutes Beispiel missioniert werden kann. Die Mission ist an sich nichts Falsches. Im Gegenteil. Es liegt in der Natur des Menschen das, was ihm Freude bereitet und Erfüllung gibt, zu verbreiten und weiterzugeben. Jesus Christus selbst hat uns beauftragt: Geht hinaus in die ganze Welt und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen (Mk, 16,15-16).

Die meisten Hexenverbrennungen fanden in protestantischen Gebieten statt, da wo der Aberglaube, also die Abkehr vom richtigen Glauben, vorherrschte. Die Gewalt, die den Indianern in Amerika angetan wurde, geschah nicht wegen frommen Menschen. Richtig verstandene Mission ist immer friedlich. Echte Missionare sind sanftmütig.

Über die vergangenen Jahrhunderte hinweg bis in die heutige Zeit verhalfen christliche Brüder und Schwester, Priester und Laien unzähligen Menschen zu einem besseren Leben. Sie dienten ihren Mitmenschen durch grosszügige und freiwillige Arbeit, und gaben ihnen dabei auch den Glauben weiter. Wer die Mission als etwas allgemein Schlechtes darstellt, tut all diesen Menschen Unrecht an. Ausserdem sagt er damit: Gib nicht weiter, was gut, schön und edel ist. Hilf deinem Mitmenschen nicht, glücklich zu werden.

Was weniger bekannt ist, weshalb sich in Südamerika so viele Menschen zum christlichen Glauben bekehrten ist Dank der Erscheinungen der Muttergottes zu Guadalupe. Durch diesen himmlischen Eingriff bekehrten sich Hundetausende zum katholischen Glauben. Damals gaben sie einen heidnischen Glauben auf, der auch Menschenopfer beinhaltete. Eine Abart, die übrigens auch in Europa, bei den vorchristlichen Kelten vorkam.

Nun aber, warum ist die Religion, der Glaube an den Schöpfergott, die wichtigste Bildung?

Alles, was wir in dieser Welt haben, ist Gott zu verdanken. Die Schöpfung, die Erde und das ganze Universum besteht nur deshalb, weil sie der Schöpfer gemacht hat. Wer das weiss, wird die Welt immer mit der Gewissheit erforschen, dass er nichts erfindet, sondern nur entdeckt. Niemand erfindet etwas Neues, sondern entdeckt nur das, was Gott in seiner unendlichen Weisheit schon erschaffen hat. Alle Gesetzmässigkeiten, der Grund, weshalb etwas funktioniert, hat der liebe Gott erschaffen. D.h. also, dass der Mensch zwar die Fähigkeit entdeckt, ein Auto oder einen Computer herzustellen, aber die Gesetzmässigkeit, die bewirkt, dass diese funktionieren, hat schon vor seiner Entdeckung bestanden. Ebenso ist es mit allen Tieren, Pflanzen, Mineralien, mit den Planeten, den Sternen, den Genen, den Zellen. Alles hat der Herrgott erschaffen. Wir Menschen entdecken immer nur das, was schon erschaffen ist.

Die erste und wichtigste Bildung ist der Glaube an diesen Schöpfergott. Denn ohne Ihn gäbe es keine Welt. Keine Biologie, keine Physik, keine Chemie, keine Mathematik, keine Astronomie, keine Mondfahrt und keine Zellforschung. Die Grundlage von allen Wissenschaften ist Gott. Ein Mensch, der sich Wissenschaftler nennt, aber Gott aus seiner Vorstellung streicht, ist wie einer, der behauptet, dass Bäume ohne Wurzeln wachsen. Wie kann ein Mensch, der Gott verleugnet, an die Unendlichkeit des Universums glauben?

Gott selbst ist die Unendlichkeit. 

Das Universum ist ein Abbild des Schöpfers, aber nicht der Schöpfer selbst. Auch die Sonne ist ein Abbild Gottes. Die Sonne – ein lebenspendender Stern – ohne den wir nicht leben könnten, ohne den es kein Leben auf der Erde gäbe. Die Sonne ist das Abbild Jesu Christi. Der Mensch gewordene Gott ist unsere Quelle des Lebens, unser Heil. Ohne Gott hat das Leben keinen Sinn, ohne Gott gibt es kein Leben.

Darum ist der Glaube an Gott, die Religion, die wichtigste Bildung: Den kennenzulernen und sich dem zu nähern, der alles erschaffen hat. Auch mich und dich.

Mutter Teresa sagte einmal in einem Interview mit einer irischen Fernseh-Reporterin: Es gibt keinen Atheisten. Tief in seinem Herzen glaubt jeder an Gott.


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