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Aufklärung und Ordnung

BBC schrieb kürzlich einen Artikel mit dem Titel, was man alles über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche wissen müsse ("Child sexual abuse and the Catholic Church: What you need to know"). So. Der weltliche Medien-Gigant will also die Welt über den Ablauf der schlimmen Taten in der katholischen Kirche aufklären. Es ist immer gut, dass aufgeklärt wird - sofern dies ausgewogen geschieht und mit den realen Tatsachen übereinstimmt. Und auch die Kirche profitiert von einer gründlichen Reinigung: Es soll Ordnung herrschen und klar definiert werden, was unakzeptabel ist. Die Kirche selber nimmt das Thema ernst, mit öffentlichen Bekenntnissen, die z.T. so weit gehen, dass es an Selbstkasteiung erinnert.

Der oberflächliche Durchschnittsbürger, der die Kirche ausser von negativen Schlagzeilen aus den weltlichen Medien kaum kennt, wird vielleicht Assoziationen zur Kirche direkt mit Missbräuchen in Zusammenhang bringen. Schade, wenn das so wäre, und wenn an ihm aus diesem Grund die einmalige Heilsbotschaft der Kirche vorbeiginge. Es ist auch immer wieder notwendig klarzustellen: Nein, zölibatäres (unverheiratetes) Leben ist nicht die Ursache für Pädophilie.

Ohne die Todsünde von einzelnen (ja, es handelt sich nur um Einzelne!) geweihten Männern zu verharmlosen, nehme ich weitere Tatsachen unter die Lupe:

Wer ist BBC? Und was hat sie mit der katholischen Kirche zu tun? Die BBC hat sich in letzter Zeit mehrmals als ein anti-katholisches Medium offenbart. Zum einen wurde in einem Video die katholische Eucharistie auf niedrigste Art verspottet - etwas, das sich BBC bei anderen Religionen niemals erlauben würde! Zum anderen wurde der Politiker Rees-Moog, potenzieller Kandidat für die Spitze der konservativen Partei (zurzeit ist es Teresa May), wegen seiner katholischen Überzeugung (gegen Abtreibung und kritisch gegenüber gleichgeschlechtlichen "Ehe") vor der Kamera tendenziös behandelt und in die Enge getrieben.

Toleranz, die gerne von den Säkularen und Liberalen in den Mund genommen wird, findet gegenüber Christen und insbesondere gegenüber bekennenden Katholiken ganz einfach nicht statt. BBC hat dafür ein Beispiel abgegeben.

Warum diese Feindseligkeit gegenüber der katholischen Kirche? Als Erstes muss man sich daran erinnern, was Jesus Christus gesagt hat:
Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen.
Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel. So wurden nämlich schon vor euch die Propheten verfolgt (Mt 5, 11-12).

Ein Medien-Gigant muss nicht die Meinung der gesamten Bevölkerung repräsentieren - aber eines ist sicher: er kann sie geschickt manipulieren. Medien haben Macht. Dazu braucht es keine Mehrheit, eine Machtposition reicht aus. Einer hält das Steuerrad in der Hand und dreht es so, wie er es will.

Man könnte es ja dabei stehenlassen: bei der Aufklärung über die Übel der katholischen Kirche.
Aber ein wahrheitssuchender Mensch muss doch darauf kommen:
Wann wird BBC im gleichen Mass mit anderen verfahren, wie mit der katholischen Kirche? Vielleicht wäre es angebracht auch Artikel mit diesen Titeln zu veröffentlichen:
  • Was Sie alles wissen müssen über die Missbrauchsfälle in den öffentlichen Schulen
  • Was Sie alles wissen müssen über die Missbrauchsfälle an den Arbeitsstellen und allen öffentlichen Institutionen
  • Was Sie alles wissen müssen über Pädophilie bei BBC (ja, auch das ist vorgekommen)
  • usw.
Dann können wir weiter denken - ... was, wenn die katholische Kirche nur die Spitze des Eisberges ist; was wenn einmal eine Generalreinigung in der gesamten Gesellschaft angesagt ist? Wann kommt die Zeit, da alle anderen öffentlich bekennen und büssen werden?

Eines Tages wird es heissen müssen:
  • Wir entschuldigen uns für die Abermillionen von Morden an vorgeburtlichen Kindern.
  • Wir entschuldigen uns für die Ausbeutung der Frauen, die in Medien und Werbung als Symbol für sexuelle Ausschweifung missbraucht wurden.
  • Wir entschuldigen uns für die Verbreitung von lügenhaften Ideologien, die den Menschen in seinem Wesen - von Gott als Mann oder Frau erschaffen - verändern und relativieren wollten.
  • Wir entschuldigen uns dafür, dass die Sexualität von ihrem ursprünglichen Ort in der Ehe - wohin sie gehört - geraubt und pervertiert wurde. Sowie für die Verführung von Kindern und Jugendlichen, die gezielt in dieses Chaos umerzogen wurden, und somit in ihrer Identität und Stabilität massiv beeinträchtigt wurden.

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